Dezember 11

Wie Du mit einfachen Hausmitteln eine Erkältung kurierst

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Die Nase läuft, der Kopf schmerzt und der Hals kratzt. Außerdem fühlt man sich platt wie ein Pfannkuchen und friert ständig.

Jeder der schon mal eine Erkältung hatte kennt diese Symptome perfekt. Was man vorbeugend machen kann hab ich schon in einem anderen Blogartikel erklärt: 7 einfache Wege wie Du der Erkältung ein Schnippchen schlagen kannst.

Was aber macht man wenn es einen erwischt hat?

Die meisten werden sich mit Medikamenten aus der Apotheke eindecken. Doch diese sind meist nicht wirksam[1] und daher rausgeschmissenes Geld.

Bevor ich aber zu den Hausmitteln komme, möchte ich erst noch mal auf die wichtigen Basismaßnahmen eingehen, die bei jeder Erkältung beachtet werden sollten.

Basismaßnahmen bei Erkältung

Es gibt ein paar Dinge, die notwendig sind aber dennoch oft in Vergessenheit geraten. Die Aussicht auf schnelle Genesung sinkt jedoch rapide wenn man diese Vernachlässigt.

Trinken

Reichlich Wasser und andere, am besten nicht gezuckerte Getränke, versorgen die Schleimhäute mit genügend Feuchtigkeit. Somit kann auch das Immunsystem effizienter arbeiten.

Tipp: Stellen Dir die Getränke gleich zu Tagesbeginn bereit. Daneben ein Glas, das sofort wieder aufgefüllt wird, wenn es leer getrunken wurde.

Rezept Anti-Erkältungstrunk

  • 100 ml Möhrensaft
  • 100 ml Orangensaft
  • 1/2 TL geriebener Ingwer
  • 1 EL Sanddornsaft

Der Trunk sollte vor dem Schlafengehen zimmerwarm getrunken werden.

Frische Luft

Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus und macht sie somit anfälliger für Krankheitserreger. Regelmäßiges Lüften der Wohnung und Bewegung an der frischen Luft schafft da Abhilfe.

Tipp: Stelle nachts im Schlafzimmer einen Wäscheständer mit feuchten Handtüchern auf. Das erhöht die Luftfeuchtigkeit und schützt die Schleimhäute vor dem austrocknen.

Bettruhe

Einfach mal einen Gang herunterschalten. Das Immunsystem braucht eine ausreichende Menge Schlaf um richtig arbeiten zu können. Unterstützen Sie es hierbei wird die Erkältung schneller abklingen.

Durch Enthaltsamkeit und Ruhe werden viele Krankheiten geheilt. (Hippokrates)

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Tipp: Während Du den weiter oben beschriebenen Anti-Erkältungstrunk zubereitest und trinkst kannst Du das Schlafzimmer nochmals richtig durchlüften.

Hausmittel bei Erkältung

Nun aber zu den Hausmitteln, die sich bei Erkältungen bewährt haben und gute Wirkung zeigen. Alle Mittel wurden von mir selbst schon getestet.

Ansteigendes Fußbad

Ein ansteigendes Fußbad mit gelben Senfsamen bringt Wärme in den Körper. Ideal bei kalten Füssen und ständigem frieren von innen heraus. Erhältlich ist dieser in der Apotheke meist unter dem Begriff Senfmehl (Semen erucae).

Davon gibt man 2 Esslöffel in eine Fußbadewanne und macht damit ein ansteigendes Fußbad. Man beginnt lauwarm und gießt immer wieder einen Schuss heißes Wasser dazu (Wasserkocher).

Beim eingießen aufpassen das man sich die Füße nicht verbrüht. Die Badedauer sollte 15min. nicht überschreiten. Wirksam sind die im Senfsamen enthaltenen ätherischen Öle.

Butterwickel

Bei hartnäckigem Husten, der sich kaum löst, macht man am besten einen Butterwickel. Als Alternative zur Butter kann man auch Quark verwenden.

Auf ein Leinentuch der entsprechenden Größe wird Butter in messerückendicken Scheiben, dicht an dicht, aufgetragen.

In dieses, mit Butter belegte Leinentuch, wird der Patient „eingeschlagen“ und mit einem Wolltuch (Wolldecke, großer Schal, etc.) umwickelt.

Der Umschlag bleibt 12 Stunden aufgelegt. Danach wird alles warm abgewaschen. Dabei bitte auf zugfreie Umgebung achten.

Der Wickel ist eine schmierige nicht ganz angenehme Sache, aber die Erfolge sind so gut, dass man beides in Kauf nehmen sollte.

Essigdampf

Bei Schnupfen oder Nasennebenhöhlenentzündungen eignet sich eine Dampfinhalation mit Apfelessig. Dazu gibt man 200ml Apfelessig und 100ml Wasser in einen Topf und erhitzt die Mischung.

Die Dämpfe, die entstehen werden inhaliert und besitzen eine Schleimlösende Wirkung. Bei Bedarf wird das mehrmals täglich angewendet.

Tipp: Dazu nebenher am besten gleich etwas trinken wie z.B. einen Apfelessig-Cocktail:

Rezept Apfelessig-Cocktail

Auf 1 Glas Wasser kommen 2 TL Apfelessig und 1 TL Honig. Das ganze kann kalt oder heiß getrunken werden. Bei Erkältungen empfehle ich die heiße Variante

Meerrettich

Meerrettich hat einen hohen Anteil an ätherischen Ölen und wirkt antibakteriell. Deswegen wird er auch oft als „Antibiotikum des Gartens“ bezeichnet.

Viele Erkältungen sowie auch die echte Grippe (Influenza) sind zwar viral bedingt, aber ebenso viele durch  Erkältungen hervorgerufene Krankheiten gehen auch auf das Konto von Bakterien.

Bewährt hat sich der Meerrettich bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) und Mandeln (Tonsillitis).

Die Anwendung ist ganz einfach. Schon beim raspeln der Meerrettich Wurzel werden ätherische Öle freigesetzt, die die Atemwege befreien.

Der geraspelte Meerrettich wird dann mit Honig vermengt und im Mund weiter zerkaut. Der Honig mildert die Schärfe ein wenig.

Natürlich kann der Meerrettich auch in der Küche verwendet werden.

Ölziehen

Über das Ölziehen habe ich schon in einem Newsletter berichtet. Es eignet sich ideal um Toxine und auch Krankheitserreger aus dem Mundraum zu entfernen.

Pflanzenöl, am besten kalt gepresstes Sonnenblumenöl (1 TL – 1 EL) wird in den Mund genommen und dann in der Mundhöhle ohne Hast und ohne besondere Mühe gespült, gesaugt und gegurgelt, etwa 15 – 20min. lang.

Danach wird es ausgespuckt, der Mundinnenraum mehrere Male intensiv mit warmen Wasser gespült und die Zähne gründlich geputzt.

Zu Beginn ist das Öl dickflüssig, wird aber durch die intensive Bewegung im Mund und durch Beimischen des Speichels dünnflüssiger. Die ausgeschiedene Flüssigkeit sollte von milchigweisser Farbe sein.

Wenn sie gelb bleibt, war die Zeit des Ölbewegens im Mund nicht lange genug. Das Sonnenblumenöl darf nicht geschluckt werden, da es sich mit Toxinen und Schadstoffen angereichert hat.

Am sinnvollsten morgens vor dem Frühstück (z.B. während der Morgentoilette).

Um den Heilungsprozess zu beschleunigen, kann der Vorgang auch dreimal täglich durchgeführt werden, immer jedoch vor dem Essen und mit leerem Magen.

Von naturheilkundlich arbeitenden Zahnärzten wird es oft zur Vorbeugung von Karies und Parodontose empfohlen.

Bei vorhandenen Amalgamfüllungen sollte auf das Ölziehen verzichtet werden.

Senfwickel

Ein Senfwickel wird mit dem weiter oben schon erwähnten Senfmehl hergestellt. Er wirkt ganz prima bei Entzündungen der Bronchien und hartnäckigem Husten.

Man gibt einen Esslöffel Senfmehl in ein Liter kochend heißes Wasser. Dort taucht man ein Leintuch (zur Not geht auch ein Handtuch) in die Flüssigkeit, wringt es aus und legt es ein- bis zweimal zusammengefaltet auf die Brust.

Das feuchte Tuch wird dann mit einem Handtuch und einer Wolldecke abgedeckt. Nach ca. 5 bis 10 Minuten sollte der Senfwickel entfernt werden.

Zwiebel-Honig

Sowohl die Zwiebel als auch der Honig sind in der Naturheilkunde sehr beliebt. Eine ideale Kombination also gegen Husten und Entzündungen im Nasen-Rachen-Raum.

Die Zutatenliste dürfe in jedem Haushalt zu finden sein. Man benötigt 1 Zwiebel und 3 EL Honig sowie ein Glas mit Schraubdeckel.

Die Zwiebel wird fein gewürfelt und zusammen mit dem Honig in das Glas gegeben. Beides wird gut vermischt und dann mit geschlossenem Deckel für 16 – 24 Stunden zur Seite gestellt.

Es bildet sich eine Art Sirup, welches man entweder abseihen, oder zusammen mit den Zwiebelstückchen einnehmen kann.

Fazit

Sollte Dich eine Erkältung überrumpelt haben, solltest Du Dir zunächst viel Ruhe gönnen und mindestens einen Gang zurückschalten.

Die aufgeführten Hausmittel können die Erkältung erträglicher machen und die Genesung unterstützen. Die Anwendung erfolgt auf eigene Gefahr.

Falls Du Fragen oder Erfahrungen zu diesen oder anderen Hausmitteln hast, kannst Du diese in den Kommentaren stellen.


Tags

erkältung, hausmittel


Jochen Pippir

Über den Autor

Heilpraktiker, Coach, Ortho-Bionomy® Practitioner und NLP-Practitioner (DVNLP) mit eigener Praxis in Neu-Ulm/Pfuhl. Spezialisiert auf Erkrankungen des Bewegungsapparates und Ursachenfindung.

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  • Tolle Tips (hab durch die Webseite “anSTATTdessen” hierher gefunden), das mit dem Ölziehen ist mir vor wenigen Tagen erzählt worden, wollte das auch direkt ausprobieren…zögere aber durch die Info im Web, es bei Amalgamfüllungen lieber zu lassen da das Öl die Schadstoffe aus dem Amalgam lösen können. Was sagen Sie dazu??

    Als sinnvolle Ergänzung fehlt mir hier noch der Hinweis auf Teebaumöl. Sobald ich einen Anflug von Erkältung habe, schwängere ich die gesamte Wohnungsluft mittels Duftlampe und Teebaumöl, in der Nacht 1-2 Tropfen auf das Schlafshirt… Die Nase ist dann schnell wieder frei und das Atmen fällt leichter. Eine sinnvolle Alternative für mich, da ich scheinbar das Japanische Heilpflanzenöl nicht vertrage.

    • Vielen Dank für den Tipp mit dem Teebaumöl. Es gibt so viele naturheilkundliche Mittel die sehr gut wirken dass man manchmal etwas den Überblick verliert. Dem Teebaumöl werde ich wahrscheinlich einen eigenen Artikel widmen.
      Zum Ölziehen: Wenn Amalgamfüllungen vorhanden sind ist es nicht unbedingt empfehlenswert.

      • Prima, Danke für den Hinweis bzw. Bestätigung mit dem Amalgam. Dann werde ich das Zeug endgültig und schnellstmöglich nun auch die Reste entfernen lassen.

        Auf den Teebaumartikel freue ich mich schon jetzt. Für mich DAS Mittel Nummer 1. Habe nahezu alles (viel von CMD) mit Teebaumöl… Zahnpasta, Mundwasser, Schampoo, Duschgel, Handcreme uvm. Ein Geschenk der Natur!

        Irritiert bin ich nur, daß immer gewarnt wird, Teebaumöl nicht direkt (unverdünnt) auf die Haut aufzutragen…ich habe so gar keine Probleme damit. Entweder vertrage ich es besser…oder aber…so hab ich mal gelesen (und den Fachbegriff vergessen) das langfristig eine Art “Teebaumölverbrennung” auf der Haut entstehen könnte und dann wäre ich ab dann extrem empfindlich für dieses Wunderzeug.

        Ist das eine Legende oder was dran?

        • Das mit dem unverdünnt auftragen gilt eigentlich generell für alle ätherischen Öle. Es kann zu Hautreizungen führen, muss aber nicht. Das kommt immer auf den Hauttyp an und wie empfindlich man reagiert.
          Wer das Teebaumöl mit einem anderen Öl (z.B. Mandelöl, Jojobaöl, es geht auch Olivenöl) verdünnt ist auf der sicheren Seite.

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