Januar 27

Entgiftung – Was Du darüber wissen solltest

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Die Naturheilkunde bietet viele Möglichkeiten. Oft hört man von Entgiftung oder Entschlackung. Was damit gemeint ist und wie das ganze funktioniert möchte ich Dir gerne in diesem Artikel erklären.

Entgiftung/Entschlackung

Der Körper ist selber dazu in der Lage, Gifte die hinzugeführt wurden, wieder auszuscheiden.

Verantwortlich dafür sind folgende Organe: Leber, Niere, Darm, Lunge, Haut, Lymphe und Blut.

Nehmen wir als Giftbeispiel den Alkohol ran, der in der Leber wieder abgebaut wird.

Der Begriff Entschlackung ist im schulmedizinischen Bereich umstritten und wird in der Regel ins Lächerliche gezogen. Es wird steif und fest behauptet der Körper scheidet Abbauprodukte und Gifte selbstständig wieder aus.

Das stimmt natürlich, solange der Körper gesund ist und einwandfrei funktioniert. Warum gibt es aber so viele Arterienverkalkungen oder auch hartnäckige Ablagerungen im Darm? Ist der Teer, der sich in der Lunge ablagert keine Schlacke?

Schlacke ist sicherlich nicht der korrekteste Ausdruck dafür, hat sich aber in den letzten Jahren, für die Ablagerungen die im Körper entstehen, eingebürgert und bewährt.

Wie Du es vermeidest vergiftet zu werden

Bevor das Kind in den Brunnen fällt, sollte der Deckel darauf gemacht werden. Es ist also immer am sinnvollsten Dinge zu vermeiden, die dem Körper schaden. Dazu sollte man natürlich wissen welche Substanzen den Körper vergiften.

Paracelsus

-Arzt-

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“

Bei vielen Substanzen bräuchte man eine unmenschliche Menge um sich zu vergiften. Bei anderen wiederum reicht eine winzige Menge. Oft ist das regelmäßige zuführen für eine "Vergiftung" bzw. Anreicherung im Körper verantwortlich.

Nachfolgend ein paar alltägliche "giftige" Substanzen die dem Körper schaden:

  • Alkohol
  • Nikotin
  • Zusatzstoffe in Lebensmitteln (Glutamat, Phosphat, E-Nummern usw.)
  • Zucker
  • Pflanzenschutzmittel (Roundup und Co.)
  • Schwermetalle
  • Amalgam
  • Medikamente
  • Aluminium in Deos

Diese Liste ist nur ein kleiner Ausschnitt mit Substanzen mit denen wir täglich in Berührung kommen. Der eine mehr, der andere weniger.

Bei einer sinnvollen Entgiftungstherapie wird also zunächst darauf Wert gelegt, den Körper nicht weiter mit Stoffen zu konfrontieren, die ihn belasten.

Welche Symptome macht eine Vergiftung im Körper?

Gleich eines vorweg, ich spreche hier von der chronischen (langsamen) Vergiftung und nicht von der akuten beispielsweise durch giftige Pilze ausgelöst.

Anzeichen einer chronischen Vergiftung des Körpers können sein:

  • Muskelverhärtungen
  • Muskelschmerzen
  • Schlaftstörungen
  • Sodbrennen
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • Knochen- und Gelenkschmerzen
  • Hautkrankheiten
  • usw. 

Auch hier könnte die Liste wieder sehr stark erweitert werden und ist bei Weitem nicht vollständig.

Welche Organe kann ich bei der Entgiftung unterstützen?

Du kannst alle an der Entgiftung beteiligten Organe und Systeme des Körpers naturheilkundlich unterstützen. Der wichtigste Grundsatz jedoch bleibt: Vermeide die Ursachen. Belaste Deinen Körper also so wenig wie möglich mit irgendwelchen Giften.

Zu jedem Organ (System) gibt es naturheilkundliche Mittel oder physikalische Maßnahmen, die jeder selbst machen kann.

Leber

Die Leber leistet im Körper die meiste Entgiftungsarbeit. Also sollte ihr auch eine gewisse Beachtung geschenkt werden. Das vermeiden schädigender Ursachen hab ich schon mehrfach erwähnt. Die Naturheilkunde bietet jede Menge Maßnahmen, die die Leber bei Ihrer Arbeit unterstützen können.

Leberwickel

Ein Leberwickel ist einfach durchzuführen und sollte idealerweise in der Mittagszeit von 12:00 - 14:00 Uhr angewendet werden. Abends wirkt dieser schlaffördernd.

Für den Leberwickel wird folgendes benötigt: ein kleines Handtuch, ein großes Handtuch und eine Wärmflasche.

Durchführung

  1. 1
    Die Wärmflasche mit heißem Wasser füllen
  2. 2
    das kleine Handtuch wird mit heißem Wasser getränkt
  3. 3
    Handtuch gut auswringen und doppelt gefaltet auf die Leberregion legen
  4. 4
    Wärmflasche auf das Handtuch legen
  5. 5
    mit dem großen Handtuch wird alles schön abgedeckt
  6. 6
    ca. 30 min. gut zugedeckt hinlegen

Entgiftung mit Heilpflanzen

Für die Leberentgiftung hat sich vor allem Löwenzahn, Mariendistel und Artischocke bewährt. In den Apotheken und Reformhäusern gibt es dazu diverse Teezubereitungen und Frischsäfte.

Um eine gute Wirkung zu erreichen werden z.B. täglich 2 Tassen Löwenzahntee über einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen getrunken.

Niere

Neben der Leber leisten auch die Nieren jede Menge Arbeit im Körper. Pro Tag werden ungefähr 180l Primärharn gebildet der wiederum filtriert wird. Etwa ein Prozent davon wird dann wieder ausgeschieden.

Die Niere braucht um zu funktionieren Flüssigkeit. Diese können Sie prima in Form von reinem Wasser und Tees dem Körper zuführen.

Die Meinungen gehen dabei weit auseinander wie viel am Tag zugeführt werden sollte. Ein guter Richtwert sind 2 - 3 Liter.

Auch hier bieten sich wieder Tees an, welche unterstützend auf die Funktion der Nieren wirken. Hier werden bevorzugt die Löwenzahnblätter genommen während für die Leber eher die Löwenzahnwurzeln hilfreich sind.

Eine Kombination aus beiden hat eine positive Wirkung auf beide Organe.

Löwenzahn wirkt harntreibend, ohne dem Körper Mineralstoffe zu entziehen wie es z.B. bei "Wassertabletten" der Fall ist.

Darm

Der Darm lässt sich durch ganz einfache Maßnahmen bei seiner Arbeit unterstützen. Er benötigt Ballaststoffe, genügend Flüssigkeit und dringend: Bewegung.

Die Kleidung hat auch oft eine Auswirkung auf die Darmtätigkeit. Jeder der schon mal nach einem üppigen Essen den Gürtel gelockert hat, wird die Entspannung kennen, die sich dadurch einstellt. Ein eingequetschter Darm kann nicht gut arbeiten.

Viele der angebotenen Behandlungsmethoden für den Darm sind sprichwörtlich für den A.....! Die Ursache wird nämlich nicht beseitigt. Wer sich genügend bewegt, genügend trinkt und ausgewogen ernährt wird selten Probleme bekommen.

Lunge

Ja, auch die Lunge unterstützt unseren Körper bei der Entgiftung. Es wird schädliches Kohlendioxid abgeatmet. Zur Unterstützung der Lungenfunktion ist regelmäßiger Ausdauersport empfehlenswert oder einfache Atemübungen.

Ich wiederhole mich zwar, aber gerade bei der Lunge ist es wichtig schädigende Faktoren wie z.B. Rauchen oder giftige Dämpfe zu vermeiden.

Lunge unterstützen

Die Lunge hat selbst keine Muskulatur und ist auf Unterstützung des Zwerchfells und der Atemhilfsmuskulatur angewiesen. 

Da wir im Alltag nur einen Bruchteil unseres Lungenvolumens nutzen wird diese meist schlecht belüftet.

Durch tiefes und bewusstes durchatmen vor allem an der frischen Luft (ohne Maske) wird die Lunge bis in die tieferen Regionen mit Sauerstoff versorgt und ist somit weniger anfällig für Infektionen. 

Das hat jetzt war nicht direkt etwas mit Entgiftung zu tun, sei aber aufgrund der Corona Pandemie hier ergänzend erwähnt. 

Siehe auch 4 - 7 - 8 Methode für schnelleren Schlaf

Haut

Unsere Haut galt bislang als größtes Organ des Körpers. Durch neuere Forschungen wird der Titel den Faszien zugeschrieben. Trotzdem hat unsere Haut eine wichtige Funktion. Durch das Schwitzen ist die Haut in der Lage giftige Stoffe aus dem Körper zu transportieren.

Es ist deshalb unsinnig die Schweißproduktion im Körper künstlich zu unterdrücken.

Nun gibt es natürlich unterschiedliche Situationen, bei denen der Körper ins Schwitzen kommt. Wer meint es ist gut wenn man beim Essen ins Schwitzen kommt, der befindet sich auf dem Holzweg.

Es sollte schon bei körperlicher Betätigung wie z.B. Sport, Gartenarbeit oder Sauna sein. Regelmäßige Bewegung hat also wieder einmal eine positive Wirkung auf die Funktionen des Körpers was sich auch beim nächsten "Entgiftungssystem" zeigt.

Lymphe und Blut

Die Lymphe und natürlich auch das Blut haben die Aufgabe des Transports der giftigen und nicht benötigten Stoffe im Körper. Es liegt also nahe das in irgendeiner Form zu unterstützen.

Wer seinen Körper regelmäßig bewegt und genügend trinkt hat hier schon mal hervorragende Voraussetzungen. Gerade für das Blut gibt es eine sehr bekannte Heilpflanze zur Unterstützung: die Brennnessel.

Die Lymphe des ganzen Körpers lässt sich prima über die Reflexzonen der Füße ansprechen.

Brennnesseltee Kur

Eine Brennesseltee Kur sollte 4 - 6 Wochen ohne Unterbrechung durchgeführt werden. Dazu trinkt man täglich 2 - 3 Tassen Brennnesseltee. Ein anderer Tee der blutreinigend und blutbildend wirkt ist folgender:

  • 30g Brennnessel
  • 20g Pfefferminze
  • 20g Wacholderbeeren
  • 10g Scharfgarbe
  • 10g Tausengüldenkraut
  • 10g Wermut

Zubereitung: 2 - 3 Teelöffel heiß aufgebrüht und 15min. ziehen lassen. Davon dann täglich dreimal 1 Tasse trinken.

Die Teemischung kann man sich in jeder Apotheke zusammen stellen lassen.

Bringen Entgiftungspflaster etwas?

Häufig werde ich gefragt, ob die angebotenen Pflaster zur Entgiftung etwas bringen. Diese werden über Nacht auf die Fußsohlen geklebt und sollen den Körper im Schlaf entgiften.

Als Wirknachweis wird genannt dass sich das Pflaster über Nacht verfärbt. Das ist allerdings kein Nachweis, sondern nur ein Hinweis darauf das eine chemische Reaktion stattgefunden hat.

Lasse mal einen angebissenen Apfel etwas stehen. Dieser verfärbt sich auch. Giftstoffe hat er aber der Umwelt nicht entzogen dabei. Es treten ganz normale Oxidationsprozesse auf in Verbindung mit Sauerstoff.

Ein solches Entgiftungspflaster kostet ungefähr 2 Euro und die ganze Entgiftung sollte laut Herstellern 60 Tage durchgeführt werden. Es kann sich jeder ausrechnen, was da für einen Betrag zusammen kommt.

Eine Entgiftung über die Füße ist nicht möglich. Es können lediglich die Entgiftungsorgane des Körpers über die Reflexzonen der Füße angesprochen werden.

Das macht sich auch oft nach einer solchen Behandlung im dunkleren Urin oder vermehrter Darmtätigkeit bemerkbar.

Eine Entgiftung des Körpers über ein Pflaster wäre schön und einfach. Funktionieren tut es aber nicht. Das Geld für die Pflaster kannst Du wirklich sinnvoller in Deine Gesundheit investieren. 

Fazit

Wer seinem Körper keine Gifte zuführt, sich ausgewogen ernährt, genügend trinkt und sich regelmäßig bewegt sollte keinerlei Probleme mit "Giften" und "Schlacken" bekommen.

Es ist nicht schwer den Körper bei der Entgiftung zu unterstützen. Man muss es nur tun!

Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun. Molière

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Tags

entgiftung, körper, naturheilkunde, tee


Jochen Pippir

Über den Autor

Heilpraktiker, Coach, Ortho-Bionomy® Practitioner und NLP-Practitioner (DVNLP) mit eigener Naturheilpraxis in Neu-Ulm/Pfuhl. Spezialisiert auf Erkrankungen des Bewegungsapparates und Ursachenfindung.

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    Mit freundlichen Grüßen Kunecke D

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      • Hallo Christine,

        die 2 – 3 Liter sind tatsächlich ein Richtwert. Dieser gilt nicht für jeden und immer. Wenn Du bisher wenig getrunken hast, ist es nicht ratsam in die vollen zu gehen und die Trinkmenge massiv zu steigern. Der Körper muss sich erst daran gewöhnen. Deswegen empfehle ich die Trinkmenge langsam zu steigern über mehrere Tage oder gar Wochen. Dann ist es auch unwahrscheinlich, dass Du nachts 3 – 4 auf die Toilette gehen musst. Ein nicht verarbeiteter Schicksalsschlag sollte auf jeden Fall professionell aufgearbeitet werden.

  • Dass man völlig unmöglich über die Füsse entgiften kann, stimmt sicherlich nicht. Genauso mokieren sich ja einige Ärzte, daß Darmreinigung und Entgiftungskuren mit Brennessel&Co reiner Humbug sind. Es gibt genausoviele Heilpraktiker etc die auf die Entgiftung über die Fußsohlen schwören und in Asien ist dies auch schon sehr lange bekannt. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit basischen und entgiftenden Fussbädern gemacht und kann mir gut vorstellen, daß auch hochwertige Fusspads diesen Effekt haben können.

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