Juni 21

Entgiften über die Füße – Warum es nicht funktioniert!

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Einige meiner Newsletterabonnenten haben mich bereits darauf angesprochen. Auch über die Google Suche kommen häufig Anfragen zum Thema Füße entgiften

Kurz angerissen hab ich das ganze ja schon im Beitrag “Entgiftung – Was Sie darüber wissen sollten“. Trotzdem möchte ich nochmals näher darauf eingehen.

Kann über die Füße der Körper entgiftet werden?

Kurze Antwort: NEIN!

Lange Antwort: Der Körper hat natürlich die Möglichkeit, Giftstoffe die sich im Körper ansammeln, wieder auszuscheiden. Dies geschieht hauptsächlich über die Leber, die Nieren und den Darm.

Jetzt gibt es einige Anbieter im Internet die versprechen, mit Detox Pflastern die auf die Fußsohlen geklebt werden, den Körper über Nacht zu entgiften.

Andere wiederum schwören auf ein Zwiebel-Knoblauch-Wasser. Dieses wird mit Gazekompressen über Nacht ebenfalls auf die Fußsohlen gebracht.

Als Beweis das der Körper über Nacht entgiftet hat, wird das Dunkel verfärbte Pflaster angeführt. Nur ist diese Verfärbung eben nicht auf die Entgiftung zurückzuführen, sondern auf Oxidationsprozesse der Inhaltsstoffe.

Der Fuß an sich ist kein “Entgiftungsorgan” des Körpers. Zwiebelsocken die bei Erkältungen eingesetzt werden, wirken nicht über die Entgiftung der Füße, sondern über ätherische Öle und andere Inhaltsstoffe.

Das einzige was entgiftet wird ist also Ihr Geldbeutel.

Fußgeruch

Wahrscheinlich wird das Thema derzeit deswegen so häufig “gegoogelt” weil viele unter unangenehmen Fußgeruch und Schweißfüßen leiden.

Schwitzende Füße führen über kurz und lang zwangsläufig zu Fußgeruch. Das passiert durch die schweißbedingte Zersetzung der auf der Haut befindlichen Bakterien.

Schaut man sich die häufigsten Ursachen dafür an, könnten diese ganz einfach beseitigt werden. Das sind Schuhe und Socken aus synthetischen Materialien.

Allgemein lohnt es sich in der warmen Jahreszeit so oft wie möglich Barfuß zu laufen und möglichst viel Luft an die Füße zu lassen.

Ist dies arbeitsbedingt nicht möglich sollte auf Naturmaterialien zurückgegriffen werden. Auch ein mehrmaliges wechseln der Socken beugt Fußgeruch bei starkerm Schwitzen der Füße vor.

Fazit

Ein entgiften des Körpers mit Pflastern oder anderen Hilfsmitteln ist nicht möglich. Es können lediglich über die Fußreflexzonen die Entgiftungsorgane des Körpers angeregt werden. Die Füße selbst gehören aber nicht dazu.

Falls Sie noch weitere Fragen zu diesem Thema haben können Sie das gerne in den Kommentaren machen.


Tags

detox, entgiftung, Füße, pflaster, zwiebel


Jochen Pippir

Über den Autor

Heilpraktiker, Coach, Ortho-Bionomy® Practitioner und NLP-Practitioner (DVNLP) mit eigener Praxis in Neu-Ulm/Pfuhl. Spezialisiert auf Erkrankungen des Bewegungsapparates und Ursachenfindung.

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  • Hallo Herr Pippir, als ich Ihren Detox -Pflaster-Bericht las, erschrak ich. Ich mache öfter Fussbäder mit Basensalzen und gern mal ein Vollbad damit – zum entsäuern,-giften,-schlacken. Was ist denn Ihre Meinung/Erfahrung darüber.?

    gekommen auf Ihre Seite bin ich über das Googeln von “bewegungseinschränkung nach Wärme”. Als leidenschaftlichem Saunagänger (mit Wirbelgleiten/Scheuermann) habe ich seit einigen Jahren zeitweise (Tagesform) das Problem,das ich eine Sauna nur sehr gangunsicher verlassen kann. es schmerzt nicht- ich habe nur etwas schwindel und kann mich einfach nicht bewegen. das gleiche kann auch beim kalten duschen geschehen. Ihre erklärung mit den fibroplasten leuchtet mir ein- allerdings wäre auch eine lösung toll- ausser nicht mehr in die sauna gehen-oder kalt duschen

    mfg
    Schneider

    • Hallo Herr Schneider,

      wie schon im Artikel erwähnt gibt es Organe im Körper welche die Entgiftung übernehmen. Die Füße als solches gehören nun mal nicht dazu. Eine richtige Entgiftung kann nur durch ankurbeln der Entgiftungsorgane statt finden. Idealerweise vermeidet man es aber das der Körper “vergiftet” wird und verhält sich entsprechend.

      Eine Lösung für Ihr Saunaproblem hab ich leider nicht zur Hand. Evtl.

  • Lieber Herr Pippir,

    Danke, dass sie sich Gedanken machen und hilfreiche Artikel schreiben. DIESEN Artikel finde ich jedoch nicht sonderlich hilfreich, denn sie stellen ihrerseits auch einfach eine Behauptung auf, ohne dafür irgendwelche Fakten zu nennen. Die alleinige Tatsache, dass Füße ‘nunmal kein Entgiftungsorgan sind’, kann ich so nicht annehmen. Wer sagt denn das? Die Schulmedizin???
    Wenn es den Menschen hilft, dann wird schon etwas dran sein, auch wenn sogenannte Wissenschaftler das noch nicht bestätigt haben…

    • Hallo Yella,

      es muß nicht jeder, jeden Artikel hilfreich finden. Die Behauptung kann ich aus guten Gründen aufstellen: Das die Füße kein Entgiftungsorgan sind, sagt nicht nur die Schulmedizin sondern wird durchaus auch von Naturheilkundlern vertreten. Natürlich muß man die davon ausnehmen die finanzielle Interessen mit dem Verkauf von solchen Pflastern verfolgen. Mit den Wissenschaftlichen Studien, egal ob zur Naturheilkunde oder Schulmedizin muß man ebenfalls sorgfältig umgehen und prüfen: Wer hat die Studien finanziert? Wer hat vom Ergebnis der Studien etwas?

  • Lieber Herr Pippir,
    vielen Dank für Ihren sehr aufschlussreichen Artikel! Ich bin darauf gestoßen, da meine siebenjährige Tochter seit langer Zeit unter einem exrem juckenden Fuß leidet, den sie sich schon mehrfach blutig aufgekratzt hat. Wir waren deswegen bei etlichen verschiedenen Ärztinnen und Ärzten, u.a. auch in der Hautklinik, doch niemand konnte eine Diagnose stellen (deshalb wurden diverse Salben ausprobiert, Cortisonsalbe, Pilzsalbe, obwohl kein Pilzbefall vorliegt, …), bis nun eine Ärztin ein sog. Dishydrotisches Ekzem diagnostizierte. Sie und zwei weitere Naturheilkundlerinnen sind der Ansicht, dass der Körper über die Haut, insbesondere die Füße, entgiftet, und daher eine Unverträglichkeit vorliegen müsse, welche hier über den Fuß entgiftet wird. Daher sollten wir Allergene wie z.B. Gluten über eine Ausschlussdiät meiden. Mir ist das Ganze etwas suspekt und nach Ihrem Artikel erst recht. Da das Meiden gerade von Gluten sehr aufwendig ist und starke Einschränkungen mit sich bringt (zumal eine wirkliche Glutenunverträglichkeit doch recht selten ist), würde mich sehr interessieren, was Sie davon halten. Immerhin haben Sie sehr viel Ahnung von diesem Thema.
    Übrigens neigt meine Tochter zwar stark zu Schweißfüßen, geht jedoch von Frühling bis Herbst quasi nur barfuß oder in Sandalen und hat das Problem dennoch. Wenn sie Socken und Schuhe tragen muss, z.B. auf dem Schulweg (in der Schule hat sie dann gleich wieder Sandalen an), waschen wir ihre Füße gleich nach der Schule und wechseln die Socken. Auch abends wird immer ein Fußbad gemacht, derzeit zusätzlich noch eines mit schwarzem Tee.
    Meine Tochter leidet stark unter dieser Problematik, daher wäre ich für weitere Ideen/Lösungansätze sehr, sehr dankbar!
    Herzliche Grüße
    Iris Berger

    • Hallo Frau Berger,

      leider kann ich Sie hier nicht beraten. Das wäre, ohne die näheren Umstände zu kennen und eine ausführliche Anamnese erstellt zu haben, unseriös. Bei Verdacht auf Glutenunverträglichkeit kann eine Antikörperdiagnostik durchgeführt werden.

      Freundliche Grüße aus der verregneten Neu-Ulm

      Jochen Pippir

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