Naturheilpraxis Pippir

6 vermeidbare Ursachen für Rückenschmerzen

Moderne Lebensbedingungen und die Gesundheit des Rückens vertragen sich nicht immer. Es gibt zahlreiche Studien über Rückenschmerzen. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam. Sie verzeichnen in den letzten Jahrzehnten einen stetigen Anstieg. Das liegt unter anderem auch daran, weil die Ursachen nicht beseitigt werden.

Neben vielen sitzenden und einseitigen Tätigkeiten, führen auch unbekanntere Ursachen wie eine Geldbörse in der Gesäßtasche oder ein Smartphone, zu mehr Erkrankungen im Bereich der Wirbelsäule.

Ursache 1: Häufiges und vieles Sitzen

Eine der Hauptursachen für Rückenschmerzen sind zweifelsohne zu wenig Bewegung in Verbindung mit einer sitzenden Tätigkeit. Durchschnittlich verbringen Erwachsene in Deutschland ca. 7,5 Stunden mit Sitzen. Bei der jüngeren Generation sind es sogar bis zu 9 Stunden[1]. Der Fett- und Zuckerstoffwechsel arbeitet nicht mehr richtig und neben Rückenschmerzen entstehen auch andere Zivilisationskrankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck.

Beim Gehen sind die Bandscheiben mit einem Druck von 100% belastet. Beim aufrechten Sitzen steigert sich der Druck auf 140%, bei vorgebeugtem Sitzen, wie es z.B. bei Schulkindern zu sehen ist, sogar auf 190%.

Abhilfe schafft hier ein höhenverstellbarer Schreibtisch und häufiges wechseln der Arbeitshaltung. Rechtshänder sollten die Computermaus zwischendurch mit der linken Hand bedienen um die obere Rücken- und Nackenmuskulatur gleichmäßig zu belasten. Linkshänder entsprechend anders herum.

Ein Kopierer oder Drucker kann auf dem Flur oder in einem anderen Raum untergebracht werden. Das bringt zusätzliche Bewegung und ein besseres Raumklima durch weniger Feinstaubbelastung. Telefonanrufe sollten, wenn möglich, im Stehen erledigt werden. Die Augen und die Nackenmuskulatur können zusätzlich entlastet werden wenn beim telefonieren aus dem Fenster in die Ferne geschaut wird.

Ursache 2: Augen

Die Augen können ebenfalls Probleme im Rückenbereich verursachen. Ein falsch eingerichteter Arbeitsplatz führt dazu, dass man den Kopf falsch hält. Wir bewegen nämlich nicht die Augen, sondern den Kopf. Ein kleines Beispiel dazu:

Nehmen Sie sich ein Buch und legen Sie es vor sich auf den Tisch. Versuchen Sie den Kopf gerade zu lassen und nur mit den Augen auf das Buch zu blicken und zu lesen.

Nach kurzer Zeit wird es zu anstrengend und der Kopf folgt automatisch der Augenbewegung. Ein verdrehen des Kopfes über einen längeren Zeitraum führt zwangsläufig wieder zu Verspannungen und somit auch zu Schmerzen. Kurzsichtige sehen im Nahbereich gut. Wenn dies nicht durch eine Sehhilfe behoben wird, senkt sich automatisch der Kopf nach unten um den Bereich vor sich gut zu erkennen.

Achten Sie also z.B. am Computerarbeitsplatz darauf, das der Bildschirm und auch die Tastatur optimal augerichtet sind und gehen Sie bei nachlassender Sehleistung zum Augenarzt. Auch vorhandene Sehhilfen sollten von Zeit zu Zeit überprüft werden.

Ursache 3: Rückenschmerzen durch den Geldbeutel

Was zunächst etwas weit hergeholt klingt lässt sich ganz einfach erklären. Vor allem bei Männern lassen sich Geldbeutel in der Gesäßtasche der Hose sehr oft beobachten. Neben Geldscheinen befindet sich darin vor allem Kleingeld und Plastikkarten. Eine Dicke von 2 – 5cm ist keine Seltenheit.

Dadurch entsteht beim Sitzen ein Druck auf die Gesäßmuskulatur und das umliegende Gewebe. Da man in der Regel nur einen Geldbeutel mit sich trägt verteilt sich dieser Druck auch noch ungleichmäßig was einen einseitigen Beckenhochstand verursachen kann und damit verbundene muskuläre Verspannungen.

Natürlich ist in diesem Gebiet nicht nur Muskulatur betroffen, sondern z.B. auch der Ischiasnerv oder Blutgefäße. Auf Dauer kann dies zu Nervenschädigungen und weiteren Problemen im gesamten Bewegungsapparat führen. Es verschiebt sich nicht nur das Becken, sondern natürlich die ganze Wirbelsäule welche den „Statikfehler“ ausgleichen muss.

Die auftretenden Schmerzen und Fehlstellungen können naturheilkundlich behandelt werden, allerdings wird dies solange nicht von Erfolg gekrönt sein bis die Ursache beseitigt wird. Deswegen sollte, zumindestens beim Sitzen der Geldbeutel dauerhaft aus der Gesäßtasche verbannt werden.

Wie unnatürlich die einseitige Belastung ist, kann ein Test verdeutlichen.

Dazu steckt man den Geldbeutel einfach in die andere Gesäßtasche und nimmt Platz.

In der Regel wird man nicht sehr lange sitzen bleiben können. Zu ungewohnt ist die eingenommene Haltung. An die andere Seite hat man sich mit den Jahren gewöhnt. Häufig ist deswegen auch eine Fehlhaltung beim Sitzen zu beobachten. Folgendes Bild verdeutlicht das Problem:

Abhilfe schaffen sogenannte Kartenetuis. Diese nehmen neben der verwendeten Plastikkarten auch meist Klein- und Scheingeld auf. Getragen werden diese in der vorderen Hosentasche. Somit drückt beim Sitzen nichts einseitig.

Ursache 4: Smartphone

Die Nutzung der Smartphones ist vor gut 10 Jahren populär geworden. In den Medien geistert der Begriff Smombie umher, ein Kunstwort aus Smartphone und Zombie. Damit sind Menschen gemeint die starr auf das Smartphone schauen und durch die Gegend laufen.

Es sind aber auch Begriffe wie Handy-Nacken, i-Phone-Schulter oder Whatsappitis zu lesen. Sie weisen uns schon auf die kommenden Erkrankungen hin die durch die Smartphones entstehen werden, oder teilweise schon präsent sind.

Ein durchschnittlicher Kopf eines Erwachsenen wiegt zwischen 4 – 6kg. Je stärker der Kopf nach vorne geneigt wird, umso stärker wird somit auch die Zugbelastung auf die Halswirbelsäule. In einer Studie wird das wie folgt angegeben:

Neigung von 15°: 12kg Belastung
Neigung von 30°: 20kg Belastung
Neigung von 45°: 25kg Belastung
Neigung von 60°: 27kg Belastung

Bei der Nutzung vom Smartphone wird meist eine Neigung von ca. 60° eingenommen. Es lasten also 27kg auf der Halswirbelsäule. Hört sich nach nicht viel an. Um eine Vorstellung des Gewichts zu bekommen heben Sie beim nächsten Besuch im Baumarkt einfach mal einen Sack Zement mit 25kg.

Die kleinen Bandscheiben der Halswirbelsäule sind also einem enormen Druck ausgesetzt.

Die durchschnittliche Smartphone Nutzung pro Tag liegt laut Studien bei ungefähr drei Stunden[2]. Umgerechnet auf die Woche sind das 21 Stunden und somit fast einen ganzen Tag pro Woche an dem die Halswirbelsäule vermehrt belastet wird.

Das dies auf Dauer zu Problemen führen muss, dürfte klar sein. Vor allem die Halsmuskulatur und die Bandscheiben werden zu stark belastet.

Die häufigsten Bandscheibenvorfälle liegen momentan noch im Bereich der Lendenwirbelsäule, was sich in der Zukunft aber durchaus ändern könnte. Vor allen Dingen wird sich das Problem auch „verjüngen“. Das heißt das die Patienten mit Bandscheibenvorfällen immer jünger werden.

Neben der Halswirbelsäule treten aber auch Sehnenentzündungen, vor allem am Daumen auf.

Abhilfe kann hier nur eine konsequente Einschränkung der Smartphone Nutzung schaffen. Tipps die Sie außerdem beachten können:

  1. Nutzen Sie Ihr Smartphone weniger (Smartphone Fasten)
  2. Verändern Sie die Haltung: Halten Sie das Smartphone mal etwas weiter weg, näher an die Augen, mehr rechts, links, oben und unten. Variieren Sie ständig und spielen damit.
  3. Benutzen Sie das Smartphone mit der anderen Hand.
  4. Das Smartphone so oft wie möglich auf Höhe der Augen halten
  5. Dehnen Sie den Nacken in dem Sie den Kopf zur Seite neigen (Ohr Richtung Schulter bis ein leichter Zug auftritt), natürlich immer auf beiden Seiten machen
  6. Strecken Sie den Nacken nach oben und ziehen gleichzeitig die Schultern nach unten, dabei Brust raus.

Ursache 5: Falscher BH

Laut Studien tragen bis zu 70% der Frauen eine Falsche BH-Größe[3]. Das hat auch Auswirkungen auf die Gesundheit.

Folgende Probleme können bei einer falschen BH Größe auftreten:

Bei einem zu großen BH erschlafft auf Dauer das Brustgewebe. Das kann zu einer „Hängebrust“ führen. Durch einen zu kleinen BH wird das Gewebe gequetscht und Nerven, Blut- und Lymphgefäße abgedrückt. Es ensteht ein Stau im Körper der eine Unter- oder Fehlfunktion nach sich ziehen kann.

Ein BH, sollte ebenso wie Schuhe, richtig sitzen. In einem Fachgeschäft gibt es die entsprechende Beratung dazu.

Ursache 6: Schuhe mit Absätzen

Es geht hierbei nicht um High-Heels, sondern allgemein um Schuhe mit Absätzen. Das dürfte auf die meisten Schuhe zutreffen. Es gibt nur sehr wenige Modelle die flach sind. Durch die Erhöhung im Fersenbereich wird der Fuß nicht wie es eigentlich sinnvoll wäre über die Ferse und Vorfuß abgerollt.

Dadurch wird die Wadenmuskulatur und vor allem auch die Achillessehne chronisch überlastet. Selbst beim Sitzen ist die Ferse immer höher als der Vorfußbereich. Von der Natur wurde es so nicht eingerichtet.

Bei der tiefen Bodenhocke kann die Ferse nicht mehr auf den Boden gebracht werden. Nur noch der Vorfuß dient als Auflage. Die Kniegelenke werden dabei nach außen verdreht. Für diese Belastung sind sie aber auf Dauer nicht ausgelegt, da es sich um Scharniergelenke handelt.

Jeder kann den einfachen Test bei sich selbst machen: Versuchen Sie in die tiefe Bodenhocke zu gehen und dabei den kompletten Fuß auf dem Boden abzustellen. Die Knie sollten dabei gerade aus zeigen. Es wird den wenigsten gelingen. Verhindert werden kann dies durch häufiges Barfußlaufen oder Barfußschuhe die keine Absatzerhöhung besitzen

Fazit

Die oben angeführten Ursachen für Rückenschmerzen sind unserem modernen Leben geschuldet. Natürlich gibt es noch viele weitere Ursachen welche Fehlhaltungen und daraus resultierende Schmerzen verursachen können. Die meisten Krankheiten im Bereich der Wirbelsäule und dem Bewegungsapparat könnten vermieden werden. Sie kommen durch einseitige Tätigkeiten und Bewegungsmangel zu stande.

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Heilpraktiker und Ortho-Bionomy® Practitioner mit eigener Praxis in Neu-Ulm/Pfuhl. Spezialisiert auf Erkrankungen des Bewegungsapparates und Ursachenfindung.